Weihnachten ist Scheisse.

Der trübe und verhasste Dezember ist erst wenige Tage alt, jener Monat, der bei vielen Alleinstehenden Wehmut auslöst durch die besinnliche Weihnachtszeit, auch bei Gregen, dem lässigen Ossi. Dabei sollten wir Singles eigentlich jegliche Schrulligkeit vermeiden und den Pärchen ihre Zweisamkeit lieber aus flammendem Herzen gönnen – gerade zu Weihnachten.

Haben es diese Pärchen nicht schon schwer genug?

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Lustiges Bild zum Auflockern des ernsten Sujets

Kaum kommen sie zusammen, durchleiden Mann und Frau eine Metamorphose von der Art, dass der Mann vom coolen Single zum Pantoffelhelden herunter mutiert, während die Frau ihre Arme wie eine Glucke um den Pantoffelhelden spannt und zusammenschraubt, so dass höchstens noch Platz bleibt für ein befreundetes Pärchen, mit dem man jeden zweiten Sonntag beim Käsefondue neue Rekorde im Lästern aufstellt.

Weihnachten bei der Unterschicht…

Doch nicht nur für Singles und Pärchen hält die Weihnachtszeit die ein oder andere Unannehmlichkeit parat. Hatte sich nicht beispielsweise der 14-jährige Norris zu Weihnachten die im oberen Preissegment angesiedelten Nike Shox NZ mit eingebautem Schulhof-Respekt gewünscht, als er neulich zum ersten Mal seit zwei Monaten mit seiner Mutter sprach?

Ja, die Mutter nickt und bricht in Tränen aus, dem Vater perlt der Schweiß, während er die Schuhe in Doppelkorn umrechnet. In sozial schwächeren Schichten kommt es gerade im Dezember zu heftigen Diskussionen.

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Weihnachten bei Alkoholikern…

Ohnehin haben es die Alkoholiker am schwersten. Den Rest des Jahres können sie das eigene Scheitern mit dem Studium der größten Flugzeugträger der Welt auf DMAX ausblenden. Zur Weihnachtszeit aber stellen selbst diese letzten Männersender auf Weihnachtsreportagen um.

Dabei kann sich der Alkoholiker noch glücklich schätzen, wenn er überhaupt einen Fernsehapparat hat. Die schweren Fälle, also die, die Weihnachten in Einrichtungen für Bedürftige verbringen, haben noch schwerer daran zu knabbern. Wenn man Glück hat, verteilt die Bahnhofsmission eine kleine Weihnachtstüte. Inhalt: eine Mandarine aus Stahl und Plätzchen…dabei bräuchte der Bedürftige in erster Linie ein warmes Plätzchen unter uns.

Das bekommt er aber nicht und so wird man, vollgefressen am zweiten Weihnachtsfeiertag Geld benötigend, in der Sparkasse wieder diesen scharfen Geruch bemerken, diesen Sporttaschen-artigen, jedoch noch um jene süßliche Schattierung ergänzt, die nur eine mit Afterschweiß gesättigte Unterhose verströmt.

Und schon sieht man die Geruchsquelle am Überweisungsautomaten liegen, weil dort der Heizkörper steht und dann ist man traurig und fühlt sich schlecht. Und spätestens dann ist auch Gregen kein Weihnachtsfreund mehr und genauso wird es bald kommen.

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